Roland  H. Heyder

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Mitglied in der Künstlergruppe

Neue Meister

Roland Heyder

 

 

1956

in Singen geboren, Autodidakt,  seit 1980  freischaffend

Heyder
lebt und arbeitet seit 1992 in Solingen

1986                   

Studienreise nach Singapur,  Philippinen und Südafrika

1989 -´90

Auslandsaufenthalt in Cleveland, San Francisco und San Diego,  USA

1991 + '96

 

Studienreise nach Kalifornien,    Studienreise durch 8 US-Bundesstaaten

 

 

Zahlreiche Ausstellungen/Ausstellungsbeteiligungen im  In- und Ausland (unter anderem):

 

1979

Galerie Schwarzes Kloster, Freiburg

1982
  • Galerie Stücker, Brunsbüttel
  • Kunstpalast Düsseldorf
1983
  • Kunstverein Ludwigsburg
  • Künstlerhaus Ulm
  • Rathaus Stuttgart

von 1983 bis 1989

Kunstsalon, Haus der Kunst, München

1984
  • Palais Liechtenstein, Feldkirch  (Österreich)
  • Galerie Reich, Köln
  • Württembergischer Kunstverein, Stuttgart;

von 1985 bis 1987

Kunstmesse "Art" in Basel  (Schweiz)

1986

"Junge Kunst aus Baden - Württemberg", Stuttgart und Singen

1987

"Neue Darmstädter Sezession", Darmstadt

1989+ '90

Sterling Gallery, San Diego  (USA)

1991

Städtisches Museum Engen

1992

Kreismuseum Heinsberg

1994

  • "Triumph der Kunst", Nürnberg
  • Klingenmuseum Solingen

1995

"Deutschlandbilder", Friedrich-Naumann-Stiftung, Königswinter

1997
  • Temporäre Galerie, Industriedruck Krefeld
  • "Zeige deinen Engel", Kulturprojekt Altötting
1998
"Gegenständliche Kunst heute", Kunstverein Offenburg
1999
  • Galerie im Landratsamt, Böblingen
  • "Augenschmaus", AUDI-Zentrum-Singen
2000
Galerie Profil, Cham 
2001
Gallery Corona, Hildritzhausen
   
 
2002
  • Städtisches Museum, Engen
  • Galerie Bernack, Kunstcentrum in der alten Molkerei, Worpswede
2004
Galerie Irmgard Heyd, Hildritzhausen
2005
  • Galerie im Druckhaus Waiblingen
  • Weinstadtmuseum Krems/Donau (Österreich)
  • Castle Voergaard (Dänemark). Internationale Ausstellung anlässlich des 200. Geburtstags von H. C. Andersen
2006
Arthouse Pohle,  Bad Schussenried
2007
  • Galerie InterArt e.V., Stuttgart
  • Schlossfeldgalerie, Schloss Haigerloch
  • 7. Kulturfestival im Neuen Museum des Schlosses Salem
  • Galerie Bernack, Worpswede
2008

        2009         

  • Galerie Lindern in Lindern (Oldenburg)
  • Galerie Irmgard Heyd, Hildrizhausen (Stuttgart)
2010
   
   
 

Öffentliche Ankäufe:

 

Regierungspräsidium Tübingen und Freiburg,
Kunstmuseum Engen und Singen, Sparkasse Engen und Singen, 
Sammlung P.E. Schwenk, Schloss Haigerloch

Publikationen:

 

 

 

  • Diverse eigene Kataloge
  • Dreamscapes 2009    ISBN/EAN: 978-90-78460-02-2
  • Lexikon der phantastischen Künstler 2009     ISBN: 9 783837 084276
  • Dreamscapes 2010    ISBN/EAN: 978-94-90668-02-0
  • Surrealism Now 2010     ISBN:  978-972-98795-9-3

 

Zu den Arbeiten Roland Heyders

Er kombiniert in seinen Bildern formale, dokumentarische und metaphorische Bedeutungen. Die von ihm angewendeten Interaktionen sind dabei oft so reichhaltig wie mehrdeutig und doppelsinnig, wie das Leben selbst.

Hinter den rational fassbaren Darstellungen in seinen Werken verbirgt sich der ihm eigene Humor. Aber auch Ironie wird in seinen Bildern sichtbar.

Er inszeniert, spielt mit dem Absurden und kombiniert seine Bilder zu einem monumentalen Ganzen. Dabei verwendet er den künstlichen Charakter der Farbe als eigenständiges ästhetisches Mittel. Die Farbe dient ihm ebenfalls dazu, das Fiktive seiner Bildwelten verstärkt zu demonstrieren. Der Kontrast zwischen Realität und Fiktion wird durch differenzierte Farbgebung betont.

In diesem, von ihm dargestellten Lebensgefühl, nimmt die Welt im abrupten Wechsel mal traumhafte, mal monströse, mal paradiesische, mal gigantische und mal niedliche Züge an.

Sie sind die Gegenüberstellung von Ich und der empfundene Zustand der Umwelt. Nicht selten ist zu erkennen, dass er an dem menschlichen Geist zweifelt. So übt er in seinen Bildthemen auch Kritik an den Normen und Weltvorstellungen der hedonistischen Gesellschaft.

Seine Bilder sind meist nicht auf den ersten Blich zu entziffern. Mit tragischem Sinn für das Unglück des menschlichen Lebens komponiert er seine Themen. Dennoch verfügen seine Werke über eine stoische Gelassenheit.

Er spielt mit den durchlebten, künstlerischen Erfahrungen der Kunstgeschichte und führt sie zu der Synthese zusammen. So sind auch barocke Züge nicht zu übersehen, was sich verstärkt in den Posen der menschlichen Körper und deren mächtiger und prächtiger Umgebung zeigt.

Er verdichtet jenes schwankende Lebensgefühl, das unserer Zeit den Stempel aufgedrückt hat.

Irmgard Heyd          

 

Kunst: Ausdruck einer Individualität

Was Roland Heyder sich auf die Ochsentour selbst beigebracht hat, dafür müssen manche jungen Leute viele Jahre studieren. Seine „Akademie des Lebens“ jedenfalls hat ihn weit gebracht, hat ihn aber auch vor Hochmut bewahrt und hat ihm die seltene Gabe des Humors in der Kunst beschert. Wie anders könnte er so ungeniert und gekonnt seine gemalten Collagen ersinnen, oder sein augenzwinkerndes Ölbild „Vermeers Malkunst“! Eine Kopie? Gewiss auch das! Altmeisterliche Technik, Drapierungen, Maler und Modell, selbst der flämische Lüster, die Landkarte, das seltsam intime und zugleich doch helle Atelierlicht: alles originalgetreu, wäre da nicht auf eben dieser Landkarte eine moderne junge Frau zu sehen, die sich ein wenig fragend in dieser Inszenierung umsieht, wäre die leichte Ironie, das Spiel mit der Vergangenheit gar nicht sofort erkennbar. Landschaften, Interieurs, Akte, Collagen, was auch immer unter Roland Heyders Händen entsteht ist von einer ungemeinen Liebe zum Detail bestimmt. Er setzt seine grauen Wolken in leblose Landschaften, lässt das Licht auf seine altmeisterlichen Miniaturlandschaften leuchten, zu denen er oft in seinen Bildern Ausblicke eröffnet, er zitiert, setzt gelegentlich aber auch – einer Collage vergleichbar – unterschiedlichste Komponenten und Aussagen zu einem Bild zusammen, so im 1999 entstandenen Ölbild „Otto Dix“, in dem sich neben dem Porträt des Künstlers Zitate aus seinen Werken, Reflektionen über Leben und Tod, Szenen aus Dix’schem Inferno aber auch Architektur und romantische Landschaftsszenen finden lassen. Einen Zug zur Romantik, gepaart mit der ihm eigenen Ironie, entdeckt man häufig in den Heyder’schen Bildern, so auch in „Geschlechtertrennung“ von 1996. Aus der Leinwand, die im Bildvordergrund mit einem Panzernashorn nebst dem eben dieses zeichnenden Bleistift, einem Apfel und einer ihn zerteilenden Klinge besteht, deren Schaft nach oben zu einem Regenrohr mutiert, wächst ein Haus. Mit einer optischen Brechung auf halber Höhe, als veränderten sich da die Luftschichten, perspektivisch so gestaltet, dass der Betrachter sich unwillkürlich nach hinten beugt, Das schöne, südländisch anmutende Haus, von dem der Putz abbröckelt, beherbergt Menschen, links den Mann, der sich weit aus dem Fenster lehnt, mit einer Angel einen Vorhang lüftend, der über einem Mauerdurchlass hing und der jetzt den Blick in eine schöne südliche Landschaft freigibt. In der rechten Abteilung des Hauses die Damen, eine wie eine Allegorie als Rückenakt im Fenster stehend, die andere - ebenfalls ein Akt – sich weit aus dem Fenster herausbeugend, um den Angelnden zu reizen oder nur zu betrachten, der jedenfalls scheint sich nur für seine Angel zu interessieren. Eine Allegorie? Ein Vexierbild? Man wünscht sich einen schmunzelnden Roland Heyder in dieses Bild, der dem Betrachter zu weiteren Spekulationen auffordert.

Robert Musil    

 

 

Roland Heyder, dessen Bilder es bis ins Haus der Kunst in München geschafft haben und dessen Werke in Museen und Regierungspräsidien hängen, ist seit 1983 freischaffender Künstler. Seine Bilder sind Kompositionen für die Sinne, denn es ereignen sich ungewöhnliche Dinge, Bild-Figuren, Bewegung, schöne Geschichten. Der Dramatiker führt seine Bühne vor, der Gaukler treibt seine Späße, der Philosoph entwirft sein Weltbild. Technisch perfekt, verschlüsselt, rätselhaft, assoziativ, autobiographisch sind seine Werke. Ein Spiel mit dem Unbewussten, mit dem erotisch schönen Schein.

AVZ Heinzberg     

 

 

Eine ( psycho- ) analytische Sehweise liegt den fotorealistischen Bildern von Roland Heyder zugrunde. Mit verschlüsselten Verweisen von Botschaften werden die Abgebildeten Personen angereichert, wird ihre Persönlichkeitsstruktur, wenn schon nicht preisgegeben, so zumindest angedeutet. Heyders Bilder machen im besten Sinne Spaß, indem sie zum decodieren und dechiffrieren anregen. Das sich die Ölmalerei am besten für die fotorealistische Darstellung eignet, sei hier am Rande vermerkt.

Sein Stil, den er phantastischer Realismus nennt, ist gefragt. Salvadore Dali ist als sein großes Vorbild zu erkennen. Realistisch ausgefeilt sind seine Figuren und Motive. Und Trotzdem sucht und findet das Auge Aussagebezüge in der eigenartigen Zusammensetzung des Sujets, in ihrer Komposition und Vielfältigkeit.
Kein „junger Wilder“ also, sondern einer, der plant und zusammensetzt. Einer, der intensiv und mit Sorgfalt an seinen Bildern arbeitet.

 

Was die Interpretation seiner Bilder angeht, so gibt sich Heyder zurückhaltend und bescheiden: Über den Inhalt seiner Gemälde möchte er vorerst nichts sagen, „denn es wäre anmaßend, dem Betrachter in seiner Vorstellung hineinzureden“. Sein eindeutig zum Gegenständlichen tendierendes Werk, das außer Ölgemälden auch Aquarelle und Zeichnungen umfaßt, ist nicht oder nur selten von spontanen Einfällen geprägt, sondern wird eher sorgfältig geplant ausführt.
 

Zur Technik

Roland Heyder bevorzugt Öl und Leinwand, wenn er sich auch recht erfolgreich als Fotograf und Lithograph betätigt hat. Allein im Öl, so sagt er selbst, fühlt er sich zuhause. Manche seiner Bilder entstehen fast im Augenblick ihrer Idee, die meisten jedoch brauchen eine lange Reifezeit; die zeitaufwendige Technik der Fertigstellung des jeweilig in Arbeit befindlichen Bildes erlaubt diese lange Vorbereitungszeit.

Lydia Jantzen-Philipp